Prejudice?

Hello again.

Wie im vorherigen Post schon erwähnt, bin ich umgezogen. Das heißt also auch eine neue Nachbarschaft. Eine der ersten Dinge die meine Patentante mir über das neue Apartment erzählt hat, war, dass die "neighbourhood" SEHR schlecht sei. Als ich fragte, wie sie das meint, hat sie kurz nichts gesagt und dann: "There are a lot of black people. Its a black neighbourhood." Ich also so: "Och, kein Problem, ich hab kein Problem mit schwarzen Menschen." Meine Patentante starrte mich schweigend an, schüttelte den Kopf. Ihre Augen hatten den: 'Du bist so naiv'-Touch. Sie hat mir dann erklärt dass die Schwarzen und die Mexikaner hier das wären, wie bei uns die Türken. Und dass die Nachbarschaft ungefähr so ist wie das Pfeiferhölzle. Sie meinte, natürlich seien nicht alle Schwarzen schlechte, böse Menschen, aber es gäbe, genau wie in Konstanz mit den Türken, nun mal viele, die nicht zur Schule/Arbeit gehen würden, die Sprache nicht lernen, die Sprache verändern "alta ich geh mc donalds", bzw. verschandeln. Und sie meinte sie sei nicht rassistisch, schwarze Nachbarschaften wären nur sehr arm und meistens kriminell. Als wir umgezogen sind und ihre Freunde uns geholfen haben kamen auch zwei ihrer Freundinnen zu mir und meinten, ich sollte aufpassen, mit den Menschen die ich treffe wenn ich mit dem Hund gehe und nicht zu nah neben Autos herlaufen und so. Später kam mein Patenonkel um mir das gleiche zu sagen. Das witzige ist, wenn du so was hörst, von so vielen verschiedenen Leuten, dann macht es einem tatsächlich ein bisschen Angst. Als ich also das erste Mal mit dem Hund gelaufen bin war ich etwas angespannt, bzw. ich war einfach aufmerksamer als sonst. Das erste was mir aufgefallen ist: Ich hab keinen einzigen Weißen gesehen. Alle haben mich angestarrt. Ich glaube nicht, weil sie mir wehtun wollten oder so, sondern einfach nur weil sie überrascht waren das eine Weiße tatsächlich mit dem Hund durch ihren Stadteil läuft. Das klingt jetzt wahrscheinlich komisch, aber das einzige worüber ich die ganze Zeit nachgedacht habe war Eminem. Ich hab mir vorgestellt das er wahrscheinlich in genau so einer Nachbarschaft gelebt hat, wo er einer, oder der einzige Weiße war. Wie ihn deswegen alle irgendwie anstarrten und ausschlossen. Und ich kam mir so bescheuert vor das ich mir wie Eminem vorkam. Ich dachte nur so: "Hach Em, jetzt weiß ich genau wie du dich gefühlt haben musst!" (bescheuert, ich weiß!) Die Häuser waren alle sehr klein und… naja, sagen wir mal renovierungsbedürftig. Ich laufe also durch diese Nachbarschaft. Und vor einem kleinen heruntergekommenem Haus steht plötzlich ein Cadillac. Und das erste was ich denke ist: "Der ist HUNDERT PROZENT geklaut!". Im nächsten Moment denke ich: "Alina, vielleicht hat der auch einfach eeewig lange auf sein Auto gesparrt weil er ein Auto fanatiker ist und wenigstens ETWAS schönes in seinem Besitz haben will." Aber heimlich bin ich mir immer noch sicher dass er das Auto geklaut hat. Dann denke ich das ich keine Ahnung habe von dem Mensch der in diesem Haus wohnt und dass ich ihn nicht nach seinem Haus richten sollte. (Schande über mich: Ich glaube immer noch dass die naheliegendste Wahrheit ist, dass er den Wagen geklaut hat. Sorry, aber wie kann ein Mensch, der sich einen Cadillac kauft- einen in wirklich guter Verfassung, seehr schöner Wagen- in so einer Nachbarschaft, in so einem Haus leben? NO WAY!)
Auf jeden Fall habe ich mich danach gefragt ob das ein Vorurteil ist. Oder ein… von Vorurteilen geprägter Verdacht. Was denkt ihr? Ich meine, ich habe zum Beispiel nicht gedacht: 'Der Typ ist schwarz, dealt mit Drogen und hat den Fahrer erschossen und in seinem Garten vergraben. Und er hat goldene Zähne!' Eigentlich habe ich nur… offensichtliche Schlüsse gezogen. Ein heruntergekommenes Haus, in einer armen Nachbarschaft. Mit nur alten, nicht wirklich schönen Autos. Und in einer, nennen wir es "Garage" (vier Äste die gerade so das Gewicht von dem Plastikdach über dem Auto verheben), steht ein Cadillac.
Also? Vorurteil oder berechtigter Gedankenweg?
Wir sehen uns.

1 Kommentar 8.5.10 08:15, kommentieren

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On vacation.

Ich weiß, man hört nie was von mir. Das Ding ist, ich will immer warten, bis sich ein bisschen was angesammelt hat, um dann auch was zu haben, worüber ich schreiben kann. Und dann passiert plötzlich so viel das ich komplett den Überblick verliere und sich alles so aufeinander aufbaut und ich halt irgendwann so viel habe, dass ich einfach keine Lust mehr habe es aufzuschreiben. Weil es dann so lange dauert. Aber jetzt habe ich mich mal wieder aufgerafft (okay, vielleicht auch einfach nur weil mein Internet nicht mehr geht!) und hier geht's wieder los. (:

Die aktuellen News: Ich bin umgezogen und gehe nicht mehr zur Schule. Zum umziehen: Das neue Apartment ist super und ich habe jetzt auch einen Pool und ein Fitnesscenter. (Im ersteren verbringe ich schon eine menge Zeit, zweiteres habe ich noch nicht besucht, es steht aber auf meiner "To do Liste" für morgen.) Ja, ihr habt richtig gehört, ich mache jetzt to do Listen. Eigentlich nur weil meine Mama und meine Patentante beide nicht wollten dass ich nur noch zu Hause hocke und nichts mache und wenn ich keinen festen Plan hab' passiert mir das am Ende so wieso. Womit wir zum "nicht mehr zur Schule gehen kommen". Wie man in meinen letzten Blogeinträgen vielleicht bemerkt hat: Die Schule hier ist nicht wirklich anspruchsvoll. Um ehrlich zu sein war das einzige Fach, wo ich tatsächlich etwas gemacht habe American History… und in dem Fach wusste ich schon mehr als die Amerikaner selbst. Das einzige was ich hier "gelernt" habe ist, dass Evolution Müll ist und das man nur sein Herz öffnen muss um Jesus hinein zu lassen. Und wenn man das nicht tut "brennt man mit den Juden in der Hölle" (Quote Mr. F, Direktor Bayshore Christian Highschool). Dementsprechend begeistert war ich also auch von der Schule. Als ich also eines Tages nach der Schule mit meiner Mutter und meinem Vater sprach, es war ein Dienstag (Chapel Day, an den Tagen bin ich immer besonders schlecht auf die Schule zu sprechen) und ich hab mir an diesem Tag anhören müssen, wie unser Priester Lehrer geworden ist. Gott hatte es natürlich für ihn vorgesehen. Seine nette Geschichte: Er wollte Anwalt werden und dann Präsident (Sein Wahlspruch wäre übrigens "We can't say nuclear war is not working, till we tried." Mr. P. Bible Teacher, Bayshore Christian Highschool, und ja, ihr habt euch nicht verlesen. Ich dachte im ersten Moment, ich hab mich verhört, aber er hat sich zwei Mal wiederholt!), aber dann ist Jesus in einem seiner Träume erschienen und hat gesagt: "Lieber Mr. P. Du wirst Lehrer werden und Kindern meine Worte lernen und du wirst sie zu mir führen." bla bla bla. Und GUESS WHAT?! Er ist Lehrer!!!!! Halloooo?! Die Existenz Gottes ist mal wieder bewiesen! Vielleicht aber auch nur, dass manche Leute 'ne gute Ausrede brauchen, nur um nicht zu realisieren, dass man vielleicht einfach nicht intelligent genug ist Anwalt zu werden. Oder nicht das durchhalte vermögen. Oder das man nicht Präsident wird, weil Gott es so will, sondern weil die politischen Ziele mit dem Großteil der anderen Menschen differieren. (Yeah, let's go. Schmeißen wir bisschen mit Atombomben rum, dann ist schon mal der Überbevölkerung geholfen. Und außerdem können wir ja nicht wissen obs nicht funktioniert so lang' wir's nicht ausprobieren. Nagasaki und Hiroshima sind Märchengeschichten.)
Auf jeden Fall war ich an dem Tag dementsprechend gereizt, habe meiner Mutter und meinem Vater gesagt wie wütend mich diese Schule manchmal macht und ja… meine Eltern meinten beide sie wollten nicht so viel Geld für was ausgeben, was mir nichts bringt (außer mich auf die Palme! ha-ha.) und das der 1. Mai nächste Woche wäre und es vielleicht besser wäre, wenn ich dann nicht mehr zur Schule ging. Gesagt getan. Der letzte Schultag war dann tatsächlich sentimentaler als ich gedacht habe. Wir hatten nicht wirklich Schule (wann hatten wir das schon?!) sondern es war so ein Funraiser (du bezahlst 50 euro an die Schule und dafür darfst du witzige Spiele spielen anstatt zu "lernen". Naja. Ich war ein "Helfer". Musste also nichts bezahlen, durfte aber zu schauen. Den ganzen Tag kamen Leute zu mir und meinten es wäre ja so traurig das ich gehe und das sie mich vermissen würden. Und mir ist aufgefallen das ich manche Leute auch vermissen werde. Die Marissa die einfach einer der liebsten Menschen der Welt ist. Die Rivkah, die einfach witzig war und cool. Und bei der ich nicht das Gefühl hatte das sie nur mit mir befreundet war, weil sie das Gefühl hatte, sie müsste mit mir befreundet sein. Den Ryan, der die ganze Zeit irgendwie in Schwierigkeiten gekommen ist und für den ich doch sehr hoffe, dass er seine graduation schafft. Den Austn, der vom ersten Tag so nett zu mir war und immer süß (ich hab mich so über seine Valentinskarte gefreut!). Den Jeremy, der irgendwie total hyperaktiv ist, aber ein ganz lieber Mensch, mit dem ich gar keine Schwierigkeiten hatte mich zu unterhalten. Moji, die nicht "typical american" war, sondern mehr so "right in your face", die meine Mathestunden versüßt hat, die mich sonst zu Tode gelangweilt hätten. Sam, die mir immer alles so oft erklärt hat bis ichs verstanden habe und überhaupt immer sehr Hilfsbereit war. Bri, die mir nie das Gefühl gegeben hat unerwünscht zu sein. Mein Softball Team die mich sofort aufgenommen haben als wäre ich schon immer dabei gewesen und mit denen ich viel Spaß hatte. Den Garrett, der einer der witzigsten Personen war, die ich hier in Amerika getroffen habe, den werd' ich vermissen, auch wenn er eigentlich IMMER nur gemein zu mir war. Wir hatten ne gute Zeit, auch wenn er immer noch sauer auf mich ist weil ich gesagt hab das er fett ist, ich ihn schlagen werde und er nicht gut lesen kann. (Zumindest war dass das, was er der ganzen Schule erzählt hat… und die habens geglaubt!!)
Auf jeden Fall am Ende des Funraisers wurden die Gewinner bekannt gegeben, alle haben sich gefreut. Dann meinte unser Bible Teacher, das er jetzt beten würde. Ich schalte beim beten immer geistig ab, deswegen hab ich beim ersten Mal gar nicht gehört wie er gesagt hat: "Alina Carls, kommst du bitte auf die Bühne?!" Und als Moji mich dann angestoßen hat und ers noch mal gesagt hat bin ich wohl ziemlich rot geworden. (ich dachte zuerst ich müsste beten!) Auf jeden Fall haben alle geklatscht und meinen Namen gerufen und "i love you" und da habe ich mich schon voll gefreut. Und dann stand ich da neben meinem Lehrer und alle haben mich angestarrt und er meinte dass es sehr schön war, mich an der Schule zu haben. Und das jetzt, wo mein Aufenthalt zu Ende geht er allen die Wahrheit sagen könnte, warum ich eigentlich hier wäre: ich würde ein Buch schreiben. Über amerikanische Teenager. (alle habens geglaubt.)
Gerade als ich Sentimental werden wollte weil alle "we'll miss you!" gerufen haben, hat er angefangen zu beten- was es für mich bisschen zerstört hat- und Gott gesagt das, was für eine Zukunft er auch für mich plant, sie gut sein wird… Naja. Dann meinte er, ich dürfte jetzt rausgehen, als erste und essen holen, damit ich nicht in der Schlange stehen müsste. Und während ich rausgelaufen bin haben alle geklatscht und gewunken. Und das hat mich doch ein wenig traurig gemacht. Naja. Inzwischen bin ich ganz gut drüber weg. Ich häng' den ganzen Tag in der Sonne am Pool ab während die in der Schule sitzen und NICHTS machen.

So viel dazu.
Wir schreiben uns bald.

1 Kommentar 8.5.10 07:19, kommentieren

Whatever.

Hallo Freunde und Verwandte.

Ich weiß es ist nicht leicht mit mir und meinem komplett unregelmäßigen Blog schreiben, deswegen bin ich doch sehr froh das ihr so viel Geduld mit mir habt. Um nicht lange um den heißen Brei herum zu reden (hat sich eigentlich schon mal einmal einer von euch gefragt warum man um den "heißen Brei" herum redet?), dass hier wird nur eine Sammlung von extrem komischen, oder extrem guten Momenten sein, die passiert sind, seid ich das letzte mal von mir hören lassen habe.
Ich sitze also letztens in der Schule und wir reden über die Unwetter hier in Tampa. Es stürmt hier oft sehr stark (wir hatten sogar schon eine Tornado Warnung während ich hier war, von der jedoch niemand beeindruckt war, außer mir!), dazu kommt heftiger Regen. Da kann sich unser Nieseln in Deutschland echt schämen. Hier regnet es für drei, vier Stunden wie aus Eimern. Danach sind die Straßen komplett überflutet. Und die Sonne scheint auch wieder aus voller Kraft. Auf jeden Fall hatte es in dieser einen Nacht so sehr gestürmt, das einige aus meiner Klasse sogar aufgewacht sind nachts. Ich fang also locker flockig an zu erzählen, dass ich auch aufgewacht wäre, aber nur so halb. Und dann wäre mir eingefallen dass das Fenster offen wäre und ich extra aufstehen musste um es zu zu machen. Nachdem ich meinen Satz beendet habe starrten mich alle Mädchen um mich herum ungläubig an. Ich war zunächst etwas verunsichert und überlegte ob ich irgend ein Wort verwechselt haben könnte. Oder ob sie es so schlimm für mich fanden, dass ich extra aufstehen musste, um das Fenster zu schließen. Gerade wollte ich ein: "Es war nicht soo schlimm.", hinzufügen, als Z. sich zu Wort meldet. Langsam und deutlich, als wäre ich doof, oder als würde sie nach jedem Wort ein Punkt setzten, fragt sie mich: "Du.hast.dein.Fenster.nachts.offen.?" Ich überlegte im ersten Moment was genau daran so merkwürdig war und durch die Betonung und überhaupt alles hatte ich tatsächlich kurz das Gefühl das es völlig bescheuert war nachts sein Fenster aufzulassen. Also presste ich ein fragendes "Ja?" hervor. Z., M., und G. schütteln alle gleichzeitig den Kopf. M. sagt: "Oh giiirl.", G. lacht und nickt bestätigend. Z. sagt:"No, no, no, no, no." Ich bekomm kurz Panik. Ich versuche mir krampfhaft vorzustellen was genau am "mit offenem Fenster schlafen" denn so schlimm ist. Z. fragt mich ob ich spinne. Ich fühle mich tatsächlich so. „Wieso?", frage ich leise. Darauf hin bricht es aus allen durcheinander heraus. Ob das denn nicht offensichtlich sei. Es könnte jemand einbrechen. Und mich vergewaltigen. Und den Hund meiner Patentante umbringen. Und sie gleich mit. Und mich dann wahrscheinlich auch noch. Ich entspanne mich ein bisschen, weil ich weiß dass nicht ich spinne, sondern sie. Um sie zu beruhigen erkläre ich ihnen das ich im zweiten Stock wohne und dass das so ziemlich unmöglich wäre. Darauf hin schütteln meine Gegenüber nur den Kopf. Z. sagt noch mal: "Mach das nicht mehr, dem Vergewaltiger ist es egal in welchem Stock du wohnst." Okaaay. Alles klar!
Ein anderes Mal wollte ich mir etwas zu Abendessen kaufen und für Lunch am nächsten Tag in der Schule. Der Supermarkt ist auch nicht so weit weg und ich dachte ich könnte es als einen Stop in meinen täglichen Hundespaziergang einbauen. Ich laufe als gemütlich hinüber zum Supermarkt, binde den Hund davor an, gehe schnell einkaufen und laufe dann zurück nach Hause. Am Abend erzähle ich meiner Patentante wie brav Corvinus vor dem Supermarkt gewartet hat.
Wo liegt der Fehler?
Meine Patentante riss die Augen auf und fragte mich mit angsterfüllter Stimme: 'Du hast ihn vor dem Supermarkt angebunden und ihn da allein gelassen?' Ich sage dass ich halt kurz rein bin um einzukaufen, also ja, ich hätte ihn kurz alleine gelassen. Sie sagte mir dass ich das auf keinen Fall wieder machen könnte. Nie wieder! Ich war etwas verwirrt. "Wieso?", fragte ich also überrascht. Sie erklärt mir darauf dass die Hunde geklaut werden wenn man sie vor dem Supermarkt anbinden würden. Ich habe sie etwas ungläubig angeschaut, aber ich meine, hallo? Wer in Deutschland würde bitte einen Hund vorm Supermarkt klauen? Sie erklärt mir dass die Leute den Hund wenn er Reinrassig ist weiter verkaufen. Oder sie benutzen ihn um andere Hunde für den Hundekampf zu trainieren. So läuft das in Amerika. Auf jeden Fall bestreite ich meinen Weg zum Supermarkt jetzt immer ohne Hund.
Des weiteren war ich mit meiner Softballmannschaft auf einem Trip in Orlando. Wir hatten ein Hotel mit Pool gemietet und es wurde zu der Zeit gerade wärmer. Ich war also total aufgeregt und dachte ich könnte mich endlich bräunen, als meine Träume schmerzhaft zerstört wurden. Denn während Ms. H., mein Coach, weitere Instruktionen und Informationen begab, richtete sich Madison zu ihrer vollen Größe auf, bereit, meine Träume zu zerstören. "Vergesst nicht, dass ihr keinen Bikini tragen dürft." Mir klappt der Kiefer runter, mein Kopf schwingt in ihre Richtung. Ich will gerade sagen: Ach, rede doch jetzt keinen Scheiß. Da mischt sich unser Coach ein. "Ah, genau, danke Maddi. Bitte zieht einen Badeanzug an. Und versucht nicht mir zu erzählen dass ihr keinen Badeanzug habt." Ich zögere keine Sekunde, will meinen Traum noch nicht aufgeben: "Ich besitze keinen." Ms H schaut mich an. "Dann musst du Shorts und ein T-Shirt und Shorts anziehen. Danke Maddi, dass du mich erinnert hast." Maddi grinst selbstzufrieden. Ich schaue sie voller Trauer an. Maddi, ich dachte wir wären Freunde.
In Orlando war es dann aber ganz gechillt, bis auf die Sache mit Shorts und T-Shirt, das hat mich bisschen genervt, deswegen hab ich Rebell einfach ein weißes T-Shirt angezogen (haha). Das Wochenende verlief ziemlich gut, bis auf einen kleinen Zwischenfall, der mich ins Schwitzen kommen lief. An einem Abend wurden wir nachdem wir im Pool waren alle zusammen gerufen. Ich saß völlig ahnungslos in dem Zimmer unseres Coaches während alle Mädels um mich herum genau wussten was los ging (ist nicht so das mich jemand gewarnt hätte). Alle waren sehr aufgeregt und sagten mir voraus dass das super werden würde. Ich begann also auch zu lächeln und zu kichern. Das alles viel aber schlagartig von mir ab, als Ms. H. mit ihrer Bibel den Raum betrat. Das konnte schon mal nichts gutes bedeuten, zumindest nicht für mich. Von diesem Moment an verkroch ich mich in mein Eckchen des Raumes und versuchte krampfhaft unsichtbar zu werden. Denn es wurde schlimmer. Ms. Heath setzte sich und verkündete, dass wir jetzt unsere "liebsten Bibelverse" austauschen würden. Ich bekomme, ich gestehe es, einen kurzen Panikanfall, denke das geht so einmal im Kreis rum und habe mir schon vor gestellt das wenn ich an der Reihe bin, völlige Stille einkehrt und auf mein schüchternes:"Mir fällt gerade keiner ein.", alle in ein einstimmiges: "Verbrennt sie! Verbrennt sie!" verfallen würden. Aber im Gegenteil. Alle warfen wild Bibelverse in den Raum, völlig enthusiastisch. Ich warf, wenn mich jemand dabei direkt anschaute nur ein, wenig überzeugendes: "Ja, den find ich auch ganz gut!" ein. Ich war sehr froh als die ganze Sache beendet war und ich mich endlich in mein Bett legen konnte. Ich dachte dieser merkwürdige Abend wäre damit beendet, aber er wurde noch viel merkwürdiger. Wir hatten vierer Zimmer, jeweils zwei mussten sich ein Queen Bett teilen. Meine "in einem Bett schlafen Partnerin" drehte sich zu mir und fragte: "Do you know Mary?" Ich, ziemlich müde und nicht wirklich auf eine Konversation aus: "Mary who?" Sie erklärt mir, dass sie die Mutter von Jesus meint. Ich schaue sie einen Moment prüfend an, irgendwie habe ich das Gefühl das ist eine Fangfrage… aber mich fragen hier dauernd alle Leute komische Dinge, ob ich schon Mal einen Pool gesehen habe, oder ob wir in Deutschland auch andere Hunde als deutsche Schäferhunde hätten (als ich auf die Fragen ironisch mit Nein antwortete schnappten die Fragenden nach Luft und schrien überrascht: REALLYY?!). Also sage ich: "Klar." Die anderen zwei Lachen darüber und ich drehe mich auf die Seite. Da haut S. aber erst richtig rein. Sie fängt sich an mit M. im anderen Bett zu unterhalten. Sie leitet das Gespräch mit einem: "Weißt du was?!" Satz ein, was ja eigentlich noch vielversprechend sein kann. Aber der Rest macht gleich alles wieder kaputt. "Ich glaube Eva ist die meist gehasste Frau in Amerika. Wahrscheinlich sogar auf der ganzen Welt." (Eva von Adam und Eva.) Ich werde etwas hellhörig, drehe mich aber nicht zurück. M. scheint es auch nicht ganz zu verstehen und fragt, wie S. denn auf diese Idee kommt. "Ich meine, nur weil SIE den Apfel gegessen hat mussten wir aus dem Paradies. Und nur weil SIE den Apfel gegessen hat, bluten wir." Ich riss die Augen auf und starrte die Wand an. Ich versuchte mir einzureden dass das, was ich gerade gehört hatte nur eine Halluzination vor dem einschlafen gewesen war. Aber sie war es nicht. Und M. stimmte ihr auch noch zu. Ich lag da und dachte einfach nur, dass ich niemals geglaubt hätte, dass irgendjemand das WIRKLICH glaubt. Und wo zum Teufel (oh oh, lasst meine "Freunde" das bloß nicht hören) ich eigentlich gelandet bin.
Aber ich hatte in Orlando auch gute Momente. Die Softball Spiele haben Spaß gemacht und das Wetter war wirklich zum ersten Mal richtig gut und heiß. Wir waren in Disneyworld Downtown und in einem sehr coolen Restaurant. Ich hab mir einen üblen Sonnenbrand geholt, dabei war ich nur 15 Minuten ohne Sonnencreme in der Sonne.
Und sonst? Habe ich erwähnt dass nun ziemlich viele Menschen wissen, dass ich ungläubig bin? Ich glaube nicht. Ich hatte Sociology und wir haben über Marx geredet und darüber das er meinte, Religion sei Opium fürs Volk. Plötzlich fragt unser Lehrer auf jeden Fall, ob es hier jemanden in der Klasse gäbe, der ungläubig wäre und auch noch genug Mut hätte, es zu zugeben. Ich weiß nicht wieso, aber er starrt während er das fragt mich an. Ich habe mir das sogar nicht mal eingebildet, weil ein paar Leute sich zu mir umgedreht haben. Ich hatte richtig Schiss. Ich weiß nicht genau wo vor. Vielleicht das ich von der Schule geworfen werde, vielleicht das niemand mehr jemals ein Wort mit mir sprechen würde. Vielleicht hatte ich auch wieder die Vorstellung wie alle in ein einstimmiges: "Verbrennt sie, verbrennt sie!" verfallen würden. Ich überlegte also, ob es besonders intelligent wäre, mich zu outen. Währenddessen meinte mein Lehrer, wenn man ihn fragen würde, müsste er die Hand heben. Und er hob die Hand, ohne den Blick von mir abzuwenden. Ich wollte irgendwie nicht lügen. Und irgendwie fand ich es auch bescheuert so viel Angst zu haben. Also habe ich halt auch die Hand gehoben. Und plötzlich war es so totenstill in der Klasse. Ich habe ja noch nie so eine Stille erlebt. Jeder hat mich angestarrt. Ich hatte das Gefühl das sie sogar die Luft angehalten haben. Mein Lehrer schien die Anspannung entweder nicht zu spüren oder er ignorierte sie. Er fragte mich, ob ich an irgendwas glauben würde. Es war immer noch komplett still. Ich wusste nicht, ob ich lügen sollte, weil ich irgendwie das Gefühl hatte es wäre vielleicht ne gute Idee. Dann wollte ich sagen, dass ich halt an mich selbst glaube und an die Leute um mich herum. Aber dann dachte ich, dass das bestimmt eine Diskussion vom Zaun brechen würde. Also hab ich einfach: "No, not really." gesagt. Worauf hin Köpfe geschüttelt und empörte Worte ausgetauscht wurden. Aber da mein Lehrer relativ schnell und unbeeindruckt mit dem Unterricht fortgefahren ist, ging es relativ schnell vorbei. Und wenn sie noch darüber reden, dann so, dass ich es nicht mit bekomme…

Was ich noch gesehen habe: Ich bin letztens wieder zum Supermarkt gelaufen. Und auf dem Parkplatz steht so ein Auto, und plötzlich fährt das Dach vom Auto zur Seite, klappt einen Rollstuhl aus und positioniert ihn exakt neben der Fahrer Tür. Die Frau hievt sich aus dem Auto in den Rollstuhl. Ich hab glaube ich bisschen gestarrt, aber ich war so überrascht. Ich meine, das Dach bewegt sich zur Seite UND klappt einen ROLLSTUHL aus. Kein Scheiß!
Und habe ich erwähnt das jeder Lehrer einen eigenen, automatischen Stifte Spitzer hat?
Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

I'll be back.
Alina.

1 Kommentar 4.4.10 04:28, kommentieren

Hugging is SO inappropriate!

Mensch, hat sich schon wieder viel angestaut. Fangen wir von vorne an. Einmal die Woche haben wir in meiner Schule "Chapel". Dazu sollte man wissen das in der Schule eine "kleine Kirche" angebaut ist. Wir haben also jeden Dienstag Kirche, da wird gebetet, gesungen und announcements gemacht. Zum Beispiel wenn ein Baseball/Softball/Basketball Spiel ist, etc. Die "Chapel" hat auch ihre eigene Chapel-Band. Die singen auch richtig coole Worship Songs die "unter die Haut gehen"! Ähem, Ähem. Ich habe mich selbst jedoch durch meine Intelligenz und meine Ehrlichkeit in eine witzige Lage gebracht. Drei Mal dürft ihr raten wer das neue, ultimative Mitglied der "Praise Band" ist?! Ja, ich bin es. Ich, Alina Carls, völlig ungläubig, völlig fehl am Platz. Wie es dazu kam? Ich hatte Preforming Arts und meine Lehrerin und ein Mitglied der Band unterhielten sich über eben diese. Die Lehrerin meinte, ganz verzweifelt und traurig, mit einem tiefen Seufzer: "Es ist so schade das wir niemanden auf der Schule haben der Schlagzeug spielt." Ich also, naiv und blöd. Und vielleicht auch aus Mitleid mit der, eigentlich ganz netten Lehrerin: "Ich kann so'n bisschen Schlagzeug spielen." Von einer Minute auf die andere, ohne das ich es wirklich wollte, war ich also aufgenommen und eingeschworen. Erfuhr, das ich nun zwei Mal die Woche eine halbe Stunde früher in die Schule kommen konnte um zu musizieren. Eigentlich ist es ganz cool weil ich dadurch doch sehr viel Schlagzeug spiele, ABER: 1. Ich muss zwei mal die Woche früher aufstehen, das killt mich echt. 2. Die Songs sind halt echt nicht so der Burner und eigentlich spiele ich immer den gleichen Beat, kurz: es holt jetzt nicht so alles aus mir raus. 3. Alle Leute kennen die Songs immer schon und singen fröhlich mit, wissen immer wann, wo einsteigen. Nur ich bin der Idiot. Aber egal, ich komm schon klar. Wenn man davon absieht das ich beim ersten Mal so nervös war (vor meinem riesen Publikum von 40 Schülern, WOW!, ich würde sagen ich bin für die Bühne geboren!), dass ich einmal zu feste mit dem Stick geschlagen habe und dieser mir dadurch ungeschickt aus der Hand viel. Hat aber irgendwie keiner gemerkt, was mich leicht beruhigt hat. Nach meinem ersten Auftritt haben dann alle gebetet. Und dann bedankt sich der Priester doch tatsächlich dafür, dass Gott mich ihnen geschickt hat. Für einen Moment schaue ich ungläubig auf und will sagen: "Nein, nein, hier liegt ein Irrtum vor!". Ich meine, wenn es einen Gott gibt, was ich nicht glaube, wird er mich aus eben diesem Grund bestimmt nicht irgendwo hinschicken. Sowieso sind hier alle sehr: "Everything happens for a reason." Einerseits ist das ja sehr schön, aber andererseits ist mir das zu einfach. Egal was passiert, immer kommt dieser Satz. Vielleicht passiert so Zeug aber auch einfach nur damit wir endlich mal lernen unser Leben in die Hand zunehmen und nicht einfach nur zuschauen? Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Letzte Woche hatten wir also Chapel. Wir haben gesungen, gebetet und gelauscht. Ich war schon in Aufbruch Stimmung, im Kopf schon längst draußen aus der lieben Kirche, als unser Direktor meinem Bible Teacher das Mikrophon wegschnappt und verkündet, die Middle School könnte sich jetzt gerne davon machen, aber mit der Highschool würde er gerne noch ein paar Worte wechseln. Ich denke mir da noch nichts böses, blauäugig wie ich bin stelle ich mir ein großes Event (so groß es an meiner Mini Schule halt sein kann) nur für die Highschool vor. Ich sollte bald erfahren das ich mit dieser unschuldigen Vermutung VÖLLIG daneben liege! Nachdem die Middle School also verschwunden ist verdunkelt sich das Gesicht des Direktors (ein sehr alter und wie ich bald erfahren soll, trauriger Mensch). Er senkt seine Stimme und sieht uns allen nacheinander in die Augen, er seufzt tief und dramatisch und sagt dann in tiefer, aber lauter Stimme: "Ich weiß ja, das Frühling ist, und die ganzen Hormone." Ich hörte auf. Eine Rede die mit diesen Worten anfängt, kann eigentlich kaum noch gut werden, dass ist ein Fakt! Er sah uns also allen in die Augen, mit einem Blick voller Enttäuschung und Ekel. „Aber in den letzten Tagen ist unsere Schule wild geworden. Ich kann das nicht mehr ansehen. Das ganze..." Er schweigt einen Moment, ich frage mich warum, aber wahrscheinlich will er den Effekt seiner Worte nur verschärfen. Und das schafft er, mir fällt einfach der Kiefer runter als er mit lauter Stimme die Bombe platzen lässt: "... UMARMEN ist mehr als unangebracht. Es ist eklig." Ich sitze also da, den Mund weit geöffnet, die Augen ungläubig auf den grauhaarigen vor mir gerichtet. Einen Moment frage ich mich, ob ich was falsch verstanden habe und 'hugging' gar nicht, wie ich gedacht hatte, 'umarmen heißt'. Ich schaue zu Jade, lache unkontrolliert auf. Mein lachen ist mal wieder kein glückliches Lachen, eher ein sprachloses, kehliges Lachen. (hoho) Irgendwie komm ich mir vor wie im falschen Film. Sie schüttelt den Kopf, in ihren Augen sehe ich eine Spur von Mitleid. „He's serious." Okay. Mir hat es also komplett die Sprache verschlagen und ich befinde mich zwischen kompletter Ungläubigkeit und einem auflachen. Das auflachen bekämpfe ich, die Ungläubigkeit fällt nur langsam von mir ab. Mein Direktor, Mr. G., lägt aber erst richtig los. Er redet sich so richtig in Rage, mit dem ganzen 'umarmen'. Es gäbe angebracht, erlaubte 'Side Hugs" (kurze Beschreibung: Man legt, wenn man neben einem Freund steht, FREUNDSCHATLICH den Arm um den Hals und drückt kurz zu, dann nimmt man wieder abstand) und es gäbe eben diese unangebrachten, ekligen, völlig übertriebenen Umarmungen. (die, die wir alle kennen) Okay. Er erklärt uns also, dass "dieses Umarmen" (seine Worte) unbedingt aufhören müsste. Und wenn wir es nicht unterlassen würden, dann müsse er doch wohl oder übel unsere Eltern kontaktieren und ihnen erzählen was für ein Kind jeweiliger Elternteil doch hat. Eine richtige kleine Hure. Okay. Nachdem er das lang genug und völlig übertrieben breitgetreten hat, dürfen die Jungen "verschwinden, aber mit den Mädchen würde ich gerne noch ein Wort reden". Ich fühle mich langsam beunruhigt, das Gefühl steigert sich noch als er uns übrig gebliebene Mädchen dann alle in die erste Reihe setzt. Ich frage mich, was er denn noch von uns will, jetzt, setzte mich etwas beunruhigt in die erste Reihe (und sage mir das ich jetzt auf keinen Fall mehr einfach los lachen darf). Nachdem auch die Jungen verschwunden sind und wir noch so ca. 10 Leute sind, haut Mister G. dann aber erst so richtig ein. Er hält uns eine ergreifende Rede, zumindest scheint er das zu denken. In seiner Rede geht es um Frauen und darum, dass er diese doch sehr respektiert. Aber das wir uns halt auch selbst respektieren müssten. Und das könnten wir nicht wenn wir uns von jedem beliebigen Jungen umarmen lassen würden. Und das WIR eine Grenze ziehen müssten und diese den Jungen zeigen müssten, denn, seine Worte, wenn "die Hand eines Jungen auf eurem Knie liegt und ihr nichts dagegen sagt, dann wird die Hand da nicht bleiben!". Die ganze Zeit müsst ihr euch dieses absolut ernste Gesicht vorstellen, die ernste Stimme, das ganze total dramatisch, als wäre etwas wirklich Schlimmes passiert. (tatsächlich musste ich mir immer wieder bewusst machen das es um Umarmen geht!) Dann setzt er zum vernichtenden Schlag an (und er verliert bei mir an aller Achtung, an allem Respekt, obwohl er wahrscheinlich das Gegenteil bewirken will und ich fühle mich ihm weit überlegen): "Ich und meine Frau, wir sind jetzt seid über 30 Jahren verheiratet. Ob ich sie in der Öffentlichkeit manchmal küsse. Natürlich. AUF DIE WANGE! (er zeigt zärtlich auf seine Wange, pausiert kurz) Auf den Mund? (er schüttelt empört, ja beinahe angewidert den Kopf) NEIN! Das ist ekelhaft, respektlos und unangebracht." Ich starre ihn an und frage mich, was in seiner Erziehung falsch gelaufen ist. Ich frage mich, ob er küssen und umarmen wirklich als so was ekelhaftes ansieht und wenn ja, dann verstehe ich ihn nicht. Eigentlich ist das doch was schönes und mich hat es beinahe beeindruckt (also, dass sich an dieser Schule wirklich jeder umarmt und mich auch gleich alle umarmt haben), das hat mir nämlich das Bild von einer großen Familie gegeben, wo Menschen sich sehr gerne mögen. Er scheint das ganze aber ganz anders zu sehen. Und einen Moment bekomme ich fast Mitleid mit ihm und ich frage mich ob dieser Mann wirklich je wirklich glücklich und frei war. Ob dieser Mann jemals irgendwas unüberlegtes gemacht hat. Und wenn ja, wie er es einfach so aufgeben konnte. Ich meine, wie traurig ist das denn, wenn man seine eigene Frau/ eigenen Mann nach dreißig Jahren noch immer nicht in der Öffentlichkeit auf den Mund küssen kann?! Oder es nie konnte?! Ich würde mir als Frau nicht respektiert vor kommen, sondern einfach nur 1. ekelig (man will mich halt nicht küssen) und 2. hätte ich das Gefühl, ich wäre meinem Mann peinlich. Ich starre also völlig ungläubig drein und komme mir komplett vor, wie im falschen Film. Ich schlucke trocken, als er zum vernichtenden (für mich) Schlag ansetzt: "Ich habe letzten etwas sehr zerstörendes, ekelhaftes Gesehen. So was will ich nie wieder sehen, es hat mich sehr geschockt und mich wirklich sehr abgestoßen. Ich kam in unsere Turnhalle und sah, wie ein Mädchen einem Jungen den Rücken kraulte." Zu meinem Unglück weiß ich sehr genau von wem unser lieber Direktor redet: Jade und Ryan. Beides gute Freunde von mir. Jade sitzt zu allem Übel auch noch neben mir. Ich drehe mich zu ihr und lache sie lautlos an, so mehr so: "OHA! Du Schlampe!" lachen, als wirklich ein auslachen des Direktors (auch wenn mir danach war). Der fühlt sich aber anscheinend doch persönlich angegriffen, zeigt auf mich und sagt sehr wütend, eigentlich schreit er mehr: "FINDEST DU DAS WITZIG?!" Ich reiße total erschrocken den Kopf rum um sicher zu gehen ob er wirklich mich meint. Fragend schaue ich ihn an und frage: "Pardon?!" Dadurch gerät er erst richtig in Rage. "Du hast gelacht. Du scheinst das Ganze irgendwie in einem humorvollen Weg zu nehmen!! Was findest du denn so LUSTIG?!" Ich komme mir angegriffen vor und zu erst will ich ihm einfach meine Meinung sagen. Ich will ihm einfach sagen dass ich das was er sagt schwachsinnig finde. Ich will ihm sagen, dass ich es schade finde, das er so was schönes wie umarmen, als ekelhaft befindet. Und das ich finde das man, wenn man jemanden wirklich mag, es ihm kaum besser zeigen kann als ihn zu umarmen. Aber dieser Mann ist alt und ich weiß das meine Worte ihn nicht ändern würden. Ich wüsste, dass sie mich nur in Probleme bringen würden und ich habe einfach nur den Kopf geschüttelt und gesagt: "Nein, nein. Ich hab das nur auch gesehen. Das Mädchen." Das ist so was, was ich hier in Amerika gelernt habe: Es bringt nichts, immer gegen an zu sprechen. Manchmal gibt es Personen die über einem stehen und man muss halt mit ihnen klar kommen, egal ob man mit ihnen übereinstimmt oder nicht. Ich sage nicht, dass man sich alles gefallen lassen musst, das man immer nur zu allem Ja sagen soll, ohne selbst nachzudenken. Ich sage einfach nur, dass man nicht immer gegen alles Rebellieren muss, weil es einem nicht weiter hilft, weil man so nicht durchs Leben kommt. Es ist halt einfach so. Auf jeden Fall wirft mir der Herr Direktor einen letzten Hasserfüllten Blick zu, bevor er uns alle aus der Kirche entlässt. In meiner Schule sieht es jetzt ungefähr so aus: Wenn zwei Menschen sich begegnen sehen sie sich verstohlen um, sie sehen dann so aus, als würden sie gleich etwas sehr verbotenes machen würden, einen Drogendeal, oder etwas stehlen. Der Lacher ist dann, wenn die beiden sich einfach nur schnell umarmen und dann weiter laufen als wäre nichts passiert. Herrlich! Ich bin natürlich gleich in "trouble" geraten. Und zwar genau 3 Tage später. Freitag Abend, nach meinem Softball Game steige ich um halb sieben erleichtert aus dem Bus, fertig von diesem langen Tag. Alle sind geknickt, weil wir gegen unsere Rivals verloren haben. Die Jungen sind mit uns in einem Bus gefahren, weil sie an der gleichen Schule ein Game hatten (wir durften natürlich nicht neben einem Jungen sitzen, geschweige denn vor ihnen. Wir saßen schön getrennt, die jungen im hinteren Teil, die Mädchen im vorderen Teil, wo dann die letzte Reihe Mädchen war und die erste Reihe Jungen wurde, selbstverständlich, eine Reihe freigelassen, man wollte ja nicht das jemand "flirtet", man stelle sich vor, in Deutschland machen sich die Lehrer nur sorgen das auf der Klassenreise jemand schwanger wird!). Wir steigen also aus dem Bus, ich warte vor dem Bus auf meinen Coach (eine sie!), weil sie mich immer nach Hause fährt. Auftritt Ryan. Er steigt aus dem Bus, schaut traurig zu mir und sagt: "Wir haben verloren." Ich nicke und grinse. "Tut mir Leid." Er zuckt mit den Schultern, nimmt mich in den Arm (ACHTUNG!) und meint: "Schon okay. Wie war euer Game?" Er drückt mich leicht und hebt mich bisschen hoch. In diesem Moment springt die Lehrerin, die den Bus gefahren ist, nein, springen ist noch untertrieben, sie HECHTET aus dem Bus, schreiend, mit den armen fuchtelnd landet sie neben uns. Aus vollem Halse schreit sie: "GET OFF! GET OFF OF HER! RYAAAAAAAAN!" als ob er mich gerade vergewaltigen würde. Ich habe mich so erschreckt (wirklich, mein Herz hat richtig schnell geschlagen und ich war nicht in der Lage mich zu bewegen) nachdem diese Furie mir unerwartet genau ins Ohr geschrien hatte das ich für die restliche Konversation weder in der Lage war zu sprechen, noch meine Gesichtszüge unter Kontrolle zu bekommen. Meine Augen waren aufgerissen, mein Mund leicht geöffnet während ich sie ungläubig anstarre. Erst schreit sie mich an. Von wegen Mr G. hätte mir doch gerade erst gesagt ich müsste mir die Jungen vom Hals halten, wie lange das her sei, drei Tage und ich würde ihm erlauben mich zu umarmen. Ryan hat wohl gesehen dass ich 1. völlig überfordert bin und 2. immer noch unter Schock stehe. Auf jeden Fall meinte er, aufopferungsvoll wie er ist. "Tut mir Leid Mrs. V. ich dachte, es ist Freitag um halb sieben. Die Schule ist aus, das wir uns dann umarmen dürfen." Mrs. V. dreht sich um wie von der Tarantel gestochen, sie schaut ihn erst mit einem hasserfüllten, tötenden Blick an, dann zeigt sie ruckartig auf ihn. Beinahe speit sie ihm entgegen: "DU WEIßT DAS DU DAS NICHT DARFST. DU REBELLIERST NUR IMMER GEGEN ALLES WAS WIR DIR VERBIETEN." Dann wirbelt sie herum und verschwindet mit einem (ja, sie hat das wirklich gesagt): "Ich beobachte euch!" im Bus. Ich starre ihn an, kann immer noch nichts sagen, er schaut mich an, schüttelt den Kopf. Gerade will ich was sagen, als sie wieder den Kopf aus dem Bus schickt. "Ryan, weg von ihr!" Er verlässt mich wutentbrannt und ich bin immer noch unfähig mich zu bewegen. Später kommt er dann zu mir und gibt mir zum Abschluss die Hand (ist hier total verpöhnt!). Am Dienstag kommt dann Mr. F. zu mir und meint, was denn da am Freitag passiert sei. Im ersten Moment hatte ich das total vergessen und fragte noch: "Was meinen sie?" Er meint dann nur mit einem vielsagenden Blick: "Ryan. Du. Hugging." Ich nicke langsam, erkläre ihm das es nach einem Spiel war und ich ihm einfach nur tschüss sagen wollte, ich dachte das wäre okay. Bla bla. Er fragt mich ernst, ob ich wüsste das mir Mrs. V. ein "oiwehncr gegeben hätte" (das oiwehncr steht für ein Wort das ich nicht verstanden habe.) ich frage also nach was das bedeutet. Er meint es sei so was wie ein "Note". (ich hab erfahren das wenn man drei von den Dingern hat von der Schule fliegt oder so) Ich sage also nein. Mir hat das ja auch keiner erzählt, was ich doch ein wenig frech finde. Ich gehe zu Ryan und erzähle ihm, das ich wegen ihm in "trouble" bin und so ein "Note" habe. Er lacht darauf nur und sagt mir das er wirklich Ärger hat. Das sie überlegen ob sie ihn deswegen von der Schule schmeißen sollen, ob ich den "Note" gesehen hätte. Ich sage nein, was er denn sagen würde. Und was da kommt bringt das Fass echt zum überlaufen. Es sagt ungefähr: "Ryan umarmt Alina. Diese hat ihre Hände neben ihren Hüften und hält ihr Equipment in der Hand, offensichtlich will sie nicht umarmt werden und Ryan nimmt sich das Recht dazu einfach mit Gewalt. Ich musste seinen Namen wiederholt ausrufen, bis er von ihr abgelassen hat". Ich war und bin immer noch total schockiert das sie tatsächlich überlegt haben ihn wegen so was von der Schule zu schmeißen, ohne mich überhaupt nur zu fragen ob das überhaupt die Wahrheit ist. Unglaublich! Ihr hört bald von mir. Ahoi, Alina.

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How american people dance or: "WHAT THE FUCK, MY FRIEND IS THROWING UP IN A COP CAR!"

Unaufhaltsam geht es weiter.(;

Ich war also gestern auf dieser Party, unter dem Motto "Lovestruck". Diese Party ist für Jugendliche unter 21 Jahren. Das heißt kein Alkohol, keine Zigaretten. Die Party wird also von mehreren Highschools gesponsert und organisiert, wird auch ganz groß raufgepuscht, ungefähr 1000 Jugendliche haben Platz in dem Raum, ein super bekannter DJ wird spielen und man muss mein rotes, oder pinkes Kleid tragen. Nachdem also alle diese Vorraussetzung erfüllt sind muss man den netten Club nur noch finden, der in "the middle of nowhere" ist. Aber auch den findet man.
Die Party war im Großen und Ganzen sehr witzig und sehr cool. Es war tatsächlich ein "Club". Neben der Bühne waren zwei Käfige aufgebaut, in denen man tanzen konnte. Wo wir beim eigentlich Thema sind. In meiner ersten Woche schon wurde ich von Madison gefragt, wie wir in Deutschland den tanzen würden. Ich fand' die Frage doch etwas merkwürdig und wusste nicht so ganz Recht, was sie da von mir erwartete. Eine kleine Showeinlage, eine Beschreibung oder eine genaue Betitelung. Ich habe es dann einfach auf die spaßige Weise genommen und ihr ein paar sehr dämliche Dancemoves gezeigt (raven und so, ihr wisst schon). Dann habe ich sie gefragt, wie sie denn in Amerika tanzen würden (eigentlich nur weil ich wissen wollte welcher meiner oben genannten Vorschläge die Situation zu lösen sie gewählt hätte). Sie wählte also zu erst die Betitelung, die mir aber nichts sagte und dich ich aus eben diesem Grund sofort wieder vergaß. Sie ging also über zur Beschreibung, die sehr harmlos klang, zumindest für mich. Im Großen und Ganzen meinte sie nur, dass die Jungen von hinten in den Arm nehmen, bzw. das der Rücken von den Mädchen am Bauch von dem Jungen sind. Sie fand das aber ganz und gar nicht harmlos, weshalb sie am Schluss noch ein empörtes: "It's disgusting!" hinzufügt.
Ich habe das ganze eigentlich nur beschmunzelt und mir gedacht: Ach Mensch, das hab ich ja auch schon gemacht. Madison sieht also, dass ich nicht so wirklich überzeugt bin und geht über in eine kleine Showeinlage mit Amanda. Auch das schockiert mich nicht so wirklich. Und wir lassen das Thema einfach wieder fallen.
Ich komme also in diesen Club, er ist noch relativ leer. Jade und ich beschließen erst einmal etwas zu trinken zu holen (natürlich alkoholfrei!). Morgan und Rivkah, beide ziemlich betrunken, beschließen schon mal auf die Tanzfläche zu gehen. Jade und ich trinken also ganz entspannt unser Getränk und beschließen uns zu Rivkah und Morgan zu gesellen. Ich bin euphorisiert und gehe guter Dinge auf die Tanzfläche. Die Musik ist auch ganz gut und ich fange an zu tanzen, noch völlig unwissend und guter Dinge. Meine unschuldige Ansicht über den "amerikanischen Tanz" soll aber schnell vorbei gehen, denn Rivkah wird erst von einem Jungen angetippt, ich bin total überrascht, weil die Herren sogar vorher freundlich fragen, nämlich: "Do you wanna dance?" Ich grinse noch ganz erfreut, höre Rivkahs freundliches: "Sure." Und der nächste Moment raubt mir so ziemlich den Atem. Ich werde nun versuchen, die ganze Situation zu beschreiben, ohne dabei ausfallend oder pervers zu klingen. Zur gleichen Zeit wurde nämlich Morgan gefragt ob sie tanzen will, ich stand zwischen den beiden. Erst tanzend. Visuell kann man sich das ganze so vorstellen: Der Junge packt das Mädchen an den Hüften und fängt an "sich zur Musik zu bewegen". Das ganze sieht tatsächlich aber eher so aus als würde er das Mädchen von hinten anrammeln. Ich fange im ersten Moment an zu lachen, weil ich einfach denke, dass der Typ einfach ein Idiot ist und denkt er sei lustig. Aber ich habe mich getäuscht. Das Mädchen beugt sich nämlich nach vorne und macht ordentlich mit. Das ganze wird wilder, ich stehe also zwischen den beiden, unsicher was ich jetzt tun soll. Das finde ich aber schnell heraus. Sie stützen sich jeweils an mir ab (ist ja auch anstrengend auf die Dauer in einer halb Kopfüberposition zu verweilen, wenn man während dessen immer wieder von hinten gestoßen wird, sorry für die Wortwahl). Ich stehe also einige Momente einfach nur da und frage mich ob das gerade wirklich passiert. Jade steht neben mir und lacht sich kaputt und ruft dabei immer wieder aus: "Alina, your faceeee!" Ich versuche wirklich meine Gesichtszüge unter Kontrolle zu bringen, aber es will mir doch nicht gleich gelingen. Dann mache ich mich von den zwei Mädels frei. Trete einen Schritt zurück und hole tief Luft. Der Junge der hinter mir steht denkt wohl ich bin traurig das die zwei einen Partner haben und ich nicht, denn er stupst mich an und fragt galant: "Do you wanna dance?" Ich bin sprachlos. Ich finde es beinahe frech das man nicht vorgewarnt wird. Das die Herren das wirklich als DANCE bezeichnen. Ich meine, was soll eine unwissende Ausländerin denn da erwarten? Meine Sprachlosigkeit deutet der fremde Junge als ein Ja, packt meine Hüften und will gerade loslegen, als ich ihm geschickt (oder weniger, eigentlich war es einfach nur ein Sprung+halbe Drehung) entkomme und hinter Jade verschwinde. Die lacht immer noch und entschuldigt sich, mich nicht vorgewarnt zu haben. Ich schaue mich zum ersten Mal um und sehe, das tatsächlich alle so "tanzen". Der gesamte Club ist übersäht von jungen Mädchen, die vornübergebeugt stehen und Jungen, die hinter ihnen stehen und die Hüften wild vorn und zurück schwingen, vorzüglich noch eine Hand in der Luft. Manche stützen sich mit der anderen sogar noch auf dem Rücken des armen Mädchens ab. Ich erst sprachlos, fange aber bald an darüber zu lachen. Es ist aber gar nicht so einfach den notgeilen (ich weiß tatsächlich nicht wie ich dieses Verhalten anders beschreiben soll) Typen zu entkommen. Sie verfolgen dich, tippen dich zwar immer erst an, aktzeptieren aber manchmal dein "No" gar nicht sondern packen dich einfach und legen munter los. Ich kam mir zwischenzeitlich vor wie ein Kung Fu Fighter, der sich in alle Richtungen verteidigen musste und immer auf der Flucht war. Am witzigsten ist für mir der Part, wenn Junge und Mädchen nach ihrem kurzen "Tanz" außeinander gehen als sei nichts passiert. Der Junge bedankt sich davor noch kurz, aber danach sind sie wieder Fremde. Tatsächlich läuft das ganze so ab: Du wirst aufgefordert, du "tanzt", ungefähr ein Lied. Man fängt an sich wilder zu bewegen, manche Jungen und Mädchen schließen sogar vor verzücken kurz die Augen, dann bedankt sich der Junge und man tanzt weiter, bis der nächste Junge vor bei kommt. Was mich an diesem Abend am meisten schockiert hat war ein fetter Junge mit Brille, der mich nicht einmal vorgewarnt hat, das heißt ich bekam keinen Stupser und eine Frage. Im Gegenteil, er packte mich einfach an Hüfte und Nacken, drückt den Nacken Richtung Boden und bewegt seine Hüfte unrythmisch zu einem Beat. Ich bin im ersten Moment so fassungslos das ich einfach lachen muss, direkt in Jades Gesicht, die gerade auch mit einem Jungen "tanzt" (tut mir Leid, ich bringe es nicht über mich, die Anführungszeichen weg zu lassen). Es ist aber kein glückliches Lachen, sonder eher ein HOHO. Als ein HAHA. Ich gehe also in die Hocke, krabbele halb unter dem fetten Ding hinweg und renne einfach in die Menge. Ich glaube ich kam mir noch nie so blöd vor, musste aber gleichzeitig so sehr über mich lachen das es schon wieder okay war. Jade kommt hinter mir her und sagt. "You don't have to be scared." Ich schaue sie an, fange an zu lachen und schreie: "ARE YOU SERIOUS?! DID YOU SAW HOW FAT HE WAS?!" Da fängt sie auch an zu lachen und sagt dass ihr Tanz wohl weniger ein Tanz, als "trockener Sex" sei. Dazu sage ich nur: Ohja. Und der Rest des Abends ist der größte Spaß. Ich habe eine gute Art gefunden den Jungen zu entkommen, man muss einfach nur die Augen offen halten und sich immer wieder von ihnen weg drehen, dann gehen sie weiter und suchen ein neues Opfer. Ein mal wurde ich noch von hinten in den Arm genommen (nicht gleich angerammelt). Ich sah hilflos zu Jade und hoffte auf ihre Hilfe. Die Hilfe kommt. Laut schreit sie: "What the fuck?! My friend is throwing up in a cop car?! Alina, we have to go." So rettet sie mich von dem selstamen Typ. Ich finde das ganze so witzig das ich gar nicht mehr aufhören kann zu lachen, ich frage sie, wie sie verdammt noch mal auf die Idee kommt, so was zu sagen... naja, ich erfahre das es wahr ist und denke mir nur: Ui, unangenehhhhhmmm! Ja, Morgan wurde von der Polizei erwischt und sollte eingesperrt werden, hier wird man nämlich ins Gefängnis gebracht für "underaged drinking". Schlau wie Rivkah und Morgan sind, erzählen sie aber, jemand hätte Morgan etwas in den Drink gemischt. Gute Idee, so musste die Liebe nur die Nacht im Krankenhaus verbringen.
Wie gesagt, im Großen und Ganzen hatte ich sehr viel Spaß. Zum "amerikanischen Tanz" kann ich jedoch nur eins sagen: Es ist "disgusting".

Bis ganz bald.
Alina.

1 Kommentar 22.2.10 05:19, kommentieren

America is full of drama.

Okay, wir gehen in die zweite Runde.

Amerika ist Drama pur. Ich komme mir vor als wäre ich mitten in einem dieser typischen Teen-Filme aus Hollywood, dabei bin ich auf einer sehr kleinen Schule. Jeden Tag ist was anderes, ich komme manchmal schon gar nicht mehr mit und wenn ich über eine Geschichte von vor zwei Tagen rede, bin ich schon voll out und man lacht über mich!
Drama geht hier von sehr klein, bis zu sehr groß und übel. Sehr klein ist hier, wenn sich zwei Freundinnen streiten. Und nicht mehr miteinander reden! Großes Drama, was mich ja anfangs schon geschockt hat: Jemand holt ne Pistole raus und fliegt von der Schule. (Außerhalb der Schule, ihm wurde gedroht, er wollte zurück drohen, oder so was) Jemand trinkt ein Bier und wird dabei fotografiert, das Bild gelangt auf Facebook. Und die Schule erfährt davon, auf mysteriöse Art und Weise. Derjenige, by the way, sein Name ist Ryan, kriegt den größten Stress. Lange überlegen Schulleiter und seine Berater was sie mit dem Bösewicht anstellen. Am Anfang spekulieren sie ob sie ihn nicht einfach von der Schule werfen sollen (wegen EINEM BIER!), dann überlegen sie, ob sie ihn aus der Basketball Mannschaft schmeißen sollen (ich betone, wegen einem Bier!), schlussendlich kommen sie dann aber zu dem Schluss dass sie ihn nur nicht mit auf den Europe Trip lassen, für den er schon bezahlt hatte. Habe ich erwähnt das der werte Herr 18 Jahre alt ist?
Fazit dieses Dramas: Ich war total schockiert. Und alle haben sich über mich amüsiert, weil der Ryan ja nochmal Glück gehabt hat.
Weitere Drama's Folgen: Person a kann nicht mit Person b zusammen sein. Weil sie schon mit diversen Cousins von Person b zusammen war und diese es missbilligt haben, als sie sich "gedatet" haben. Person b wäre aber durchaus einverstanden mit einer Geheimen Beziehung, die Person a aber nicht gerne haben will. Person b findet das gar nicht so schlimm, zumindest scheint es so. Deswegen ist Person a unglücklich.

Noch mehr will ich euch jetzt mal nicht zumuten, so spannend ist es als außenstehender, als "Insider" (Innenstehender hört sich irgendwie bescheuert an) übrigens auch nicht immer, dann doch nicht. Wie gesagt, Amerika ist voll damit, ich denke mir meistens dass ich schon längst viel zu "tired of drama" wäre. Aber so wird es für mich zumindest nie langweilig und ich kann mich weiter fühlen wie in einem Teenie-Film. Das fühlt sich nämlich gar nicht so schlecht an.

Wir hören von einander.
Alina.

1 Kommentar 2.2.10 23:41, kommentieren

I feel good.

Hey, Freunde und Verwandte.

Ich bin jetzt seid ziemlich genau einem Monat in Amerika und habe mich inzwischen ganz gut eingelebt. Ich fühle mich jetzt auch in der Lage dazu, all' die neuen Eindrücke in Worte zu fassen. Davon gibt's hier nämlich ganz viele.
Also: In eine neue Klasse kommen.
Gar nicht so schlimm wie ich gedacht habe, was vielleicht auch daran liegt das die Schule sehr klein ist und alle wussten das ich komme und total aufgeregt waren. Überhaupt sind hier alle sehr nett. Und manche sind zu nett. Man wird hier nur so mit Liebe überschüttet, was ja nicht schlecht ist, manchmal aber einfach so falsch rüber kommt, das man fast darüber lachen muss. Aber es ist immer noch besser als wenn alle gemein zu mir wären, schätze ich. Das einzige was noch manchmal schwer ist, ist die Sprache. Aber das wird auch schon besser.
Cheerleader:
Ja, die existieren wirklich, auch an meiner Mini Schule. Die machen unglaublich coole Sachen und ich gerate jedes Mal in verzücken wenn sie eine Performance haben. Das ist wirklich ziemlich cool und es macht mich jetzt schon traurig dass ich das in Deutschland nicht mehr haben werde. Was, zumindest an meiner Schule, nicht stimmt, ist, dass es die Helden und geilen der Schule sind. Die alle anhimmeln und so. Überhaupt gibt es diese Personen auf der Schule nicht. Irgendwie sind alle wie eine große Famile (es sind tatsächlich unglaublich viele mit einander verwandt). Jeder kennt JEDEN beim Namen. Egal welche Stufe. Baseball:
Ja, an meiner Schule gibt es erst seit diesem Jahr Baseball und bis jetzt hab ich nur drei Leute in der Practise gesehen und das sind nicht so die Helden der Schule. An meiner Schule sind das eher die
Basketballer:
Die Basketballer sind tatsächlich nur die "coolen" Jungen, die an der Schule ganz gut angesehen sind. Dafür spielen aber auch die meisten Jungen Basketball. Basketballer sind aber nicht alle heiß und mit den Cheerleadern zusammen und ja unglaublich cool. Eigentlich alles sehr witzige, coole Leute die einen ziemlich coolen Sport machen, wo wir zu den Basketballspielen kommen: Meiner Meinung nach hat Amerika ein viel besseres System was Sport angeht. Die Schule bietet verschiedene Sportarten an und man kann an diesen teilnehmen. Man hat dann jeden Tag nach der Schule eine Stunde practise. Oder zwei, kommt auf die Coachs und die Sportart an. Das heißt, man lernt 1. die Leute aus seiner Schule besser kennen und 2. es wissen immer alle Bescheid wenn ein Spiel ist. Zu den Spielen kommen auch relativ viele Menschen (kommt drauf an welcher Gegner und welcher Anlass), meistens Schüler. Es ist einfach gut finde ich, dass das Team ein Support hat und irgendwie fühlt man sich zugehörig weil es halt "deine Schule" ist.

Was mir noch aufgefallen ist:
Die meisten Leute sprechen hier unglaublich hoch und quitschig. Sie quaken dir also überfreundlich und viel zu hoch ins Gesicht: "Heeeeeeeey Honey, you're soooo cuuute. Look at youuu. Awwww, I loooove youu." Aber es gibt natürlich auch Menschen die ganz normal mit dir Sprechen, worüber ich sehr dankbar bin. Eine meiner lustigsten Erfahrungen war als ich ganz neu war und mich dieses Mädchen mit dieser unglaublich grellen, quitsche Stimme angesprochen hat und mich gefragt hat wie ich heiße. Ich also, etwas überrumpelt, weil ich echt noch nie SO eine Stimme gehört habe: "Oh, hey. My name is Alina." Meine Stimme ist auf einer normalen Frequenz, ich bin auch nicht besonders laut oder so. Das Mädchen quitscht aufgeregt und quitscht: "Oh my goood, I love your voiiiiicee." Und ich denke mir einfach nur:"Ja, das kann ich mir vorstellen!"

Bis Bald, Kumpanen. Essen ist fertig.
Ich vermisse euch alle.
Love
Alina.

1 Kommentar 29.1.10 01:28, kommentieren